Ss 2003

Bim Lim Ré Ó Lim von Carlos Wallenstein und
Os Homens Dividem-Se Em Dois Grupos von H. Gomes Teixeira



Über das Stück: Bim Lim Ré Ó Lim

In einer Versicherungsgesellschaft kündigt sich der Besuch des Königs des Landes Gigli Klabein an, der lukrative Geschäfte in Aussicht stellt. Der Vize-Chef (vice) und die Sekretärin (secretária) äußern jedoch Bedenken gegenüber einem Treffen ihres Chefs (presidente) mit dem Staatsoberhaupt (Bulum Kadem Bliotah I), weil sie durch eine Fernsehreportage informiert werden, dass das Land zwar über reiche Bodenschätze verfüge, aber in kannibalischer Tradition stehe.
Der presidente trifft sich jedoch zunächst mit der attraktiven Königstochter (princesa Sabá), die zwar vorgibt, nichts von Geschäften zu verstehen, ihm aber die Information entlockt, dass es sich um eine Scheinfirma handele, die in Wahrheit mit Drogen- und Regierungsgeschäfte betreibe.
Es stellt sich heraus, dass der König um Hilfe sucht, eine Regierung für sein Land zu stellen. Der Chef lässt sich auf Geschäfte ein, weil Sabá ihm versichert, dass man ihn trotz seines appetitlichen Äußeren in seiner Rolle als Retter niemals verspeisen würde, und ihn außerdem mit einem Wochenende zu zweit an der Algarve lockt.
In einer Konferenz mit dem König selbst stellt sich heraus, dass deswegen keine Regierung zustande kommt, weil die Minister infolge eines alten Gesetzes von der königlichen Familie verspeist werden. Allerdings gibt es einen Ältestenrat, der aufgrund der überschrittenen Altersgrenze nicht mehr gegessen werden darf und vom Monarchen mittels Drogenvergabe manipuliert wird. Der presidente plant nun einen Putsch, bei dem eben dieser Rat zur Regierung ernannt werden soll, weil er ja nicht mehr gegessen werden darf. Der vice soll vorausreisen und den Putsch veranlassen, während er selbst noch mit Sabá in der Algarve verweilt.
Dort berichtet er seiner inzwischen Geliebten von einem Erlass, der nicht nur der königlichen Familie das Privileg des Kannibalismus erteilt, sondern auch anderen Organen, und zwar in hierarchischer Rangordnung, um Rebellionen zu vermeiden. Sabá und der Presidente verlieben sich und heiraten am Ende des Stückes in Gigli Klabein. Über die Hochzeitsfeierlichkeiten und der Ansprache des Königs an das Volk berichtet eine Fernsehreporterin, die zunehmend in den Bann der primitiven Kultur gerät und schließlich in ihr aufgeht. Das Volk jubelt begeistert.

Über das Stück: Os Homens Dividem-Se Em Dois Grupos

Es ist die Hochzeitsnacht von Alda und Eugénio. Doch Alda möchte mit ihrem frisch erworbenen Gatten nicht intim werden, da ihr Vater (Păizinho) sie nicht aufgeklärt hat, was in jener Nacht geschehen soll. Eugénio ist verzweifelt und verärgert zur gleichen Zeit. Er wünscht sich nichts sehnlicher als Alda endlich ganz zu besitzen. Er verwendet seine ganze Überredungskunst und versucht alles logisch zu erklären, um es ihr verständlich zu machen, doch Alda lässt sich nicht von ihm überzeugen und will auf die Anweisungen ihres Vaters warten. Schließlich ruft sie gegen den Willen ihres Gatten bei sich zu Hause an, um dem Dilemma ein Ende zu setzen. Leider befindet sich ihr Vater zu dem besagten Zeitpunkt nicht zu Hause, also bittet sie ihre Mutter (Măe) sofort zu kommen, da ein so heikles Thema nicht per Telefon zu klären ist.
Kurz darauf erscheint die Mutter im Hochzeitsgemach. Eugénio ist beleidigt, für ihn ist es erniedrigend in einer solch intimen Angelegenheit Hilfe bei jemand anderem zu suchen. Als er in einem letzten Versuch die Mutter anfleht, ihrer Tochter die nötigen Weisungen zu erteilen, diese aber nur über ihre Inkompetenz redet, verlässt er endgültig das Gemach.
Mutter und Tochter bleiben allein zurück. Durch die Frage, wo sich der Vater nun eigentlich befindet, entspannt sich ein ganzes Gespräch über seine Einzigartigkeit: er ist der einzige Mensch, der denken kann. Außerdem bewundern sie, wie gewissenhaft er seine nicht enden wollende Arbeit erfüllt. In Kürze soll ihm, dem einzigen Denker zu Ehren, eine Statue errichtet werden.
Dieses Ereignis soll groß gefeiert werden. Alda beschäftigt sich unentwegt mit ihrem Gatten, da sie befürchtet von ihm verlassen worden zu sein. Der Mutter gelingt es, ihre Befürchtungen zu zerstreuen. Sie argumentiert damit, dass im Grunde alle den Vater bewundern und Eugénio einen solchen Fehler nicht machen würde. Nach einer Weile erträgt Alda das Geschwätz der Mutter nicht mehr und setzt sie vor die Tür. Die Mutter stellt entsetzt fest, dass ihre Tochter wohl denkt...
Als Alda nun alleine ist, geht sie erschöpft von den Wirren ins Bett. Die Situation lässt sie selbst im Traum nicht los: Arbeiter, ein Greis, der Personalchef und auch der Direktor bereiten die Einweihung der Statue des Vaters vor. Sie sieht dem Treiben von der Tribüne aus zu, wo sie neben ihrer Mutter sitzt. Alda wundert sich, wo ihr Vater bleibt. Schließlich kommt der Sekretär, der die unmittelbare Ankunft des Denkers bekannt gibt und die letzten organisatorischen Anweisungen verteilt. Der Direktor erscheint und verliest die Rede des Vaters, doch in seiner Aufregung fallen ihm die Papiere aus der Hand. Die Verwirrung ist groß, da ihm nun der rote Faden fehlt und er nur noch zusammenhangslose Worte hervorstösst. Nach dieser missglückten Rede kommt eine Wortmeldung aus der Menge. Durch die Fragestellungen wird den Anwesenden klar, dass auch diese Person denkt und will sie ehren. Der Vater erkennt die Gefahr, die von einem weiteren “schlauen Kopf” ausgeht und will ihn bei Seite schaffen, als sich herausstellt, dass es Eugénio ist.
Ob alles nur ein Traum ist oder nur ein Traum im Traum oder sogar die Wirklichkeit...... lassen Sie sich überraschen und denken Sie mit!



Mitwirkende

Bim Lim Ré Ó Lim von Carlos Wallenstein

Susanna Rech als Secretária
Meike Lütje als Vice-Presidente
Radegunde Kempf als Locutora
Michael Wagner als Presidente
Cristina Nunes Pereira als Princesa Sabá
Jochen Neubauer als Bulum Kadem Bliotah I

Os Homens Dividem-Se Em Dois Grupos von H. Gomes Teixeira

Petros Mamalis als Eugénio
Beatriz de Medeiros Silva als Alda
Stefanie Haupt als Măe
Moritz Hondrich als Voz do Paizinho
Daniela Bierbaum als Director
Susanne Schmidt als Chefe do Pessoal
Kerstin Balcarek als Secretário
Vivian Rabay Faria als Operário 1
Leonor Lecca als Operário 2
Rolf Heinrich als Operário 3
Beatriz da Silva Bohner als Operário 4
Sabrina Cláudio als Menina do ramo de flores

Afro-brasilianischer Tanz

Choreographie: Luciana Meinking Guimarăes
Tänzerinnen: Luciana M. Guimarăes, Daniela Bierbaum, Radegunde Kempf
 
 
Titelbildentwurf: Sonja Männel
Bühnenbild und Kostüme: S. Rech, Cristina N. Pereira und D. Bierbaum
Licht, Ton und Beamer: Cíntia Godoy und Marcelo Figueiredo
Regie: Beatriz de Medeiros Silva und Jochen Neubauer


zurück

Aufführungen

Die Aufführungen fanden am
15. und 16. Juli 2003
(Dienstag und Mittwoch) um 19.30 Uhr
im Theatersaal der alten Uni statt


zurück

Fotos

   
Fotos vom Stück