Ss 2004

Auto da Compadecida von Ariano Suassuna



Auto da Compadecida
1. Akt

Eine kleine Stadt in der brasilianischen Provinz Pernambuco. Joćo Grilo und Chicó diskutieren, ob Padre Joćo, der Gemeindepriester, das todkranke Hündchen der Bäckersfrau segnen wird, so wie diese es gerne hätte. Als sie ihn darauf ansprechen, reagiert er zuerst ablehnend. Schließlich stimmt er jedoch zu, als Grilo ihm vorschwindelt, der betreffende Hund gehöre dem einflussreichen Großgrundbesitzer António Morais.
Zufällig hat dieser jedoch einen kranken Sohn, den er ebenfalls segnen lassen möchte. Als er mit dieser Bitte zu Padre Joćo kommt, spricht der unwissende Priester unentwegt von einem Hund, sodass Morais schließlich entrüstet und gekränkt ankündigt, sich beim Bischof über diese Grobheit zu beschweren.
Daraufhin muss Grilo gestehen, dass er den Priester belogen hat; vergeblich versucht er, ihn dennoch zu der Segnung des Hundes zu überreden. Währenddessen wird bekannt, dass die Bäckersfrau ihren Mann nach Strich und Faden betrügt und sogar mit Chicó schon eine Affäre hatte.
Der Bäcker und seine Frau stoßen zu ihnen, doch noch während sie den Priester zu überreden versuchen, bemerkt der Küster, dass der Hund inzwischen gestorben ist. Weinend verlangt die Frau, dass das Tier eine ordentliche Bestattung erhalte. Darauf lassen sich der Priester und der Küster jedoch erst ein, als Grilo ihnen die (ebenfalls erfundene) Geschichte erzählt, der Hund habe ein Testament hinterlassen, in dem er beide Kirchenmänner mit einer hübschen Summe bedenke.

2. Akt

Der Bischof ist in die Stadt gekommen, um den Priester auf die Beschwerde von Morais hin zurechtzuweisen. Er erfährt schließlich, dass es sich um ein Missverständnis handelte, gleichzeitig bekommt er jedoch Wind von der illegitimen Bestattung des toten Hündchens. Seine anfängliche Entrüstung schlägt allerdings ebenfalls um, als er von dem Testament des Tieres erfährt.
Grilo will nun auch Nutzen aus der Sache ziehen. Er lässt Chicó eine Katze so präparieren, dass sie Geld aus dem Hinterteil gibt, und verkauft diese der habgierigen Bäckersfrau als Ersatz für ihr totes Hündchen. Ihr Mann ist wutentbrannt, doch er kann das Geschäft nicht mehr rückgängig machen.
Nun könnten alle zufrieden sein, doch plötzlich fällt Severino do Aracaju, der berüchtigtste Bandit der Provinz, mit einem Gehilfen in die Stadt ein. Nachdem er ihnen erst all ihr Geld abgeknöpft hat, befördert er sie einen nach dem anderen ins Jenseits. Grilo gibt jedoch nicht so leicht auf und dreht dem Banditen eine angeblich wundersame Mundharmonika an, die Tote wieder lebendig mache. Als Test lässt Severino sich erschießen, und während er in seinem Blute liegt, überwältigen Grilo und Chicó den Gehilfen und töten ihn ebenfalls. Mit letzter Kraft kommt er jedoch noch einmal zu Bewusstsein und erschießt Grilo. So ist Chicó der einzige, der das Massaker überlebt.

3. Akt

Im Himmel. Die Getöteten müssen sich vor dem Jüngsten Gericht verantworten. Der Teufel würde sie am liebsten auf der Stelle mit in die Hölle nehmen, doch schließlich erscheint Jesus Christus, und die Gerichtsverhandlung beginnt. Bevor Grilos Anklageschrift verlesen wird, ruft dieser die Muttergottes um Hilfe, welche daraufhin auch erscheint und ein gutes Wort für die armen Sünder einlegt.
Das Urteil lautet schließlich folgendermaßen: Severino und sein Gehilfe gelangen direkt in den Himmel, die drei Kirchenmänner und das Bäckerehepaar kommen ins Fegefeuer. Grilo jedoch erhält, nachdem er ein Rätsel der Muttergottes gelöst hat, eine zweite Chance und darf auf die Erde zurückkehren.
Dort ist sein Freund Chicó anfänglich entsetzt, schließlich jedoch überglücklich, dass Grilo dem Tode entronnen ist. Beide schmieden Pläne, was sie nun mit ihrem Reichtum anstellen wollen. Doch plötzlich fällt Chicó siedendheiß ein, dass er im Gebet der Muttergottes das ganze Geld versprochen hat, sollte sie Grilo auf die Erde zurück lassen. So müssen sie sich nun schweren Herzens davon trennen und sind wieder genauso arm wie vormals.

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Die Schauspieler
1.Akt: Laura Firmino als Palhaēo
2.Akt: Sophie Guérin
3.Akt: Alexandra Habekost
1.Akt: Albertino Júnior als Joćo Grilo
2.Akt: Joćo F. Rabaca
3.Akt: Nils Bodmann
1.Akt: Jochen Neubauer als Chicó
2. und 3.Akt: Michael Wagner
Latifeh El Asal als Padre Joćo
Alexandra Habekost als António Morais
Wolfhardt Schäfer als Bäcker (padeiro)
Gabriela Marques als seine Frau (mulher do padeiro)
Daniele Souza als Bischof (bispo)
Susanna Rech als Mönch (frade)
Susanne Schmidt als Küster (sacristćo)
Cíntia Godoy als Severino do Aracaju
Christiane Abele als sein Gehilfe (cabra)
Daniela Bierbaum als Dämon (demônio)
Stefanie Haupt als Teufel (Encourado)
Beatriz de Medeiros Silva als Jesus Christus (Manuel)
Paula Strasser als Muttergottes (Compadecida)

Musiker: Paulo Colares, Laura Firmino
Sologesang: Stefanie Haupt, Annelie Mund, Albertino Júnior
Stimmbildung: Laura Dietrich

Titelbildentwurf: Sonja Männel
Bühnenbild: Latifeh El Asal, Michael Wagner, Susanne Schmidt
Kostüme: Susanna Rech und Alexandra Habekost
Licht: Martin Loderer
Regie: Beatriz de Medeiros Silva und Jochen Neubauer

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Aufführungen

Die Aufführungen finden am
16. und 17. Juli 2004
(Freitag und Samstag) um 19.30 Uhr
im Theatersaal der alten Uni statt


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Fotos


 
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